, Der Atem: mehr als nur ein- und ausatmen?

Der Atem: mehr als nur ein- und ausatmen?

Jeden Tag nehmen wir ungefähr 23,040 Atemzüge. Das sind um die 173 491,2 Milliarden Ein- und Ausatmungen, die weltweit geteilt werden. Der Atem ist etwas, dass wir alle gemeinsam haben, da er ein lebenswichtiger Bestandteil unserer Existenz ist: Durch den Atem füllen wir unseren Körper mit Sauerstoff und neuer Energie. Immerhin ist ein großer Atemzug das Erste, dass wir alle tun wenn wir geboren werden. Jedoch nutzen die meisten Menschen ihren Atem nicht für das, was er sein kann: Ein unglaublich nützliches Instrument in ihrem ,,Self-Care-Toolkit”. Durch die Manipulation des Atems können wir unser Atemmuster bewusst verändern, und kommen dadurch zu einem ruhigen und lockeren Geisteszustand. Wir beruhigen uns, hören auf unseren Körper und lassen unserem Geist ein wenig Zeit, einfach nur still zu sein. Der Atem dient nicht nur dazu, unseren Körper mit Sauerstoff zu versorgen, sondern er bietet uns auch eine Entspannungs- und Erholungsmöglichkeit. Die Atmung bietet uns die Chance einen Ruhezustand zu finden, der ähnlich auch durch Meditation oder Achtsamkeitsübungen zu kultivieren ist. Der Atem eignet sich also für viel mehr als nur das ein- und ausatmen.

 

Als Menschen beherrschen wir die bemerkenswerte Fähigkeit, nicht nur unser Gehirn wahrzunehmen sondern es auch kontrollieren zu können. Tiere zum Beispiel können ihre Atmung nicht kontrollieren, denn diese verändert sich nur durch physische Aktivität, und eine solche Atembeschleunigung ist unfreiwillig. Wir hingegen können bewusst auf unsere Atemfunktionen zugreifen und diese auch freiwillig regulieren und verändern. Wir können das Tempo unserer Atmung wechseln, durch den Mund oder die Nase atmen oder sogar unseren Atem anhalten. Aber hat diese Kontrolle über unseren Atem eigentlich einen positiven und tiefgreifenden Einfluss auf unseren Geisteszustand und Gesundheit?

Und was meinen die Experten?

Obwohl der Atem ein automatischer Prozess ist, der vom Gehirn angetrieben wird, hat er trotzdem die Fähigkeit das Gehirn physisch umzustellen. Dr. Jose Herrero und Dr. Ashesh Mehta, renommierte Neurochirurgen an der North Shore University Hospital in Long Island,

haben neulich eine Studie durchgeführt um die neurologische Wirkung der Atmung zu bestimmen. Die Ergebnisse waren erstaunlich: Durch Veränderungen in dem Atmungsmuster und -rhythmus wurden Aktivitäten in verschiedenen Gehirnregionen ausgelöst. Die Manipulation des Atems aktiviert nicht nur verschiedene Gehirnzentren, sondern sie erstellt auch eine Synchronizität zwischen ihnen. Bei gezielter Konzentration auf den Atem können Gehirnprozesse umgestellt werden, um mehr Kontrolle, Fokus und Ruhe zu stimulieren. Wir erinnern uns noch zu gut an den Rat als Kind: ,,Erst einmal tief durchatmen”.  Dementsprechend stellen Studien wie diese neuronale Beweise zur Verfügung, die genau diesen Rat fundieren. Denn wenn wir ,,einmal tief durchatmen” oder auch nur unseres Atems bewusst sind, erhalten wir Zugang zu inneren Gehirnregionen, die normalerweise für uns unerreichbar sind. Unser Gehirn wird auf unser achtsames Atmen aufmerksam und es entstehen positive Gefühle wie Ruhe und Gelassenheit. Im Grunde genommen wird uns durch die Atmung die Möglichkeit geboten, unsere innere Unordnung auszusortieren, und dabei dem Körper Sauerstoff zu verleihen und gleichzeitig dem Geist Klarheit zu bringen.

 

Psychologin Belisa Vranich widmete dem Atem sogar ihr Buch; selbstverständlich heißt es dann auch ,,Breathing”. Laut ihr atmen 95% aller Erwachsenen ungesund und angespannt. Denn wir sitzen den ganzen Tag vor einem Bildschirm, oft krumm, überkoffeiniert und hoch gestresst. Unsere Ein- und Ausatmungen sind die kleinsten unserer Sorgen, da wir den Atem hauptsächlich nur als Sauerstoff-Lieferant betrachten. Demzufolge nehmen wir oft schnelle und flache Atemzüge, die unser Körper mit Stress verbindet, da diese der Panik-Atmung nachahmen. Durch unsere Tendenz zur Überarbeitung und Missachtung der Atmung verursachen wir unserem Körper und Geist eigentlich nur mehr Stress.

 

Dr. Vranich ist eine ehemalige psychologin, die heute als Atemlehrerin arbeitet. Von Spitzensportlern zu überarbeiteten Geschäftsleuten- sie hilft Menschen, ihre Atmung zu nutzen um mehr Achtsamkeit und Klarheit in ihr Leben zu bringen. Laut ihr steigt die ,,vertikale Atmung” von den Lungen aus durch die Brust, wodurch die Schultern und der Nacken angespannt werden. Besser ist da die ,,horizontale Atmung” mithilfe des Zwerchfells, denn dieser Muskel ist eigentlich für die Atmung gedacht. Dadurch können sich die Lungen völlig ausdehnen und sich mit maximaler Luft füllen, wodurch sich der ganze Bauch fast wie ein aufgeblasener Ballon nach außen erweitert. Wenn wir horizontal atmen, vergrößern sich unsere Lungen und wir nehmen tiefe und kräftige Atemzüge, die unseren Körper mit Sauerstoff versorgen und ihm so Entspannung signalisieren.

 

Laut Samantha Moody, die eine professionellen und weltbekannten Atemberaterin aus New York ist, befinden sich Schmerzen und Psychotrauma im Unterleib. Durch die horizontale Atmung wird genau in diesen Bereich gezielt geatmet, es lösen sich Gefühle der Spannung und es macht sich Entspannung im Körper breit. Weiterhin erklärt sie auch, wie der Atem uns als Gefühlsbarometer dient und wie wir anhand dessen unseren Bewusstseinszustand erkennen können. Indem wir unseren Atem beobachten, gewinnen wir einen Einblick in unsere Gefühle, und wenn wir unseren Atem kontrollieren, können wir positive Gefühle auslösen. Der Atem dient uns also nicht nur als Gefühlsbarometer sondern auch als Katalysator für neue und optimistische Gefühle.

Der Atem als Superpoweras a superpower

Unser Körper hat ein eingebautes Entspannungs-Tool gegen Stress, und zwar in Form des Atems. Der Atem ist ein extrem praktischer und einfacher Weg, Entspannung und Ruhe in unser Leben zu bringen, da er uns immer zur Verfügung steht. Das einzige Ziel hierbei ist es, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit in die Atmung zu bringen, sodass interne negativen Gefühle befreit werden und die Gesundheit dadurch gesteigert wird. Solche Atemübungen müssen nicht unbedingt spirituell oder esoterisch sein, sie können auch einen praktisch und gesundheitsorientierten Fokus haben. Wie alles im Leben geht es darum, etwas zu finden, dass zu dir und deinem Alltag passt und dir auch Freude bringt. Es gibt eine Vielfalt und Atemmethoden, Übungen und Techniken die dir gezielt helfen, deinen Atem als Entspannungs-Tool zu nutzen.Zum Beispiel gibt es grundsätzliche Methoden die durch bestimmte Zahl-Rhythmen Ruhe in den Körper bringen und die Gedanken stillen. Diese Atemtechniken kosten nicht viel Zeit und bringen trotzdem wertvolle Entspannung in den Körper und den Geist. Meditation bietet eine weitere Möglichkeit um die Atmung als Beruhigungs-Tool zu nutzen. Weiterhin wird die Meditationsübung zugänglicher und praktischer durch bedachte Apps übermittelt, da diese dem User gezielt helfen.

Die 5-5-5 Atemübung

Diese Atemübung wird meist verwendet, um innerliche Ruhe zu finden  und dem Körper Entspannung einzubringen. Dabei steht die Zahl 5 im Mittelpunkt: atme erst einmal tief durch die Nase ein, und zähle dabei innerlich bis 5. Dann wird durch den Mund laut ausgeatmet und wieder bis 5 gezählt, wonach 5 Sekunden Wartezeit folgt. Der ganze Prozess wird drei weitere Male wiederholt, oder bis eine Minute vorbei ist. Diese einfache Atemübung stimuliert das parasympathische Nervensystem, was zu innerer Entspannung führt und das Stressgefühl reduziert. Diese Atemübung kann man sich leicht merken und auch einfach ausführen, um innerhalb kurzer Zeit innere Ruhe zu finden.

Die 4-7-8 Atemtechnik

Dr. Andrew Weil ist ein Mediziner an der Harvard Universität, der sich hauptsächlich auf ganzheitliches Wohlbefinden konzentriert. Er entwickelte die 4-7-8 Atemtechnik ursprünglich als Hilfsmittel für Leute, die unter Schlafstörung leiden, wobei der Atem genutzt wird um in ungefähr einer Minute einzuschlafen. Aber diese technik ist auch sehr hilfreich, um Stress zu reduzieren und Entspannung in den Alltag zu bringen. Die gesamte Übung besteht aus 3 Phasen, die drei oder vier mal wiederholt werden. Vordem du startest, solltest du deine Zunge positionieren, und zwar so, dass die Zungenspitze den Gaumen hinter den Vorderzähnen berührt. Anschließend fängt Phase 1 an: Atme tief durch die Nase ein und zähle dabei innerlich bis 4. Phase 2 folgt, wobei für 7 Sekunden die Luft angehalten wird. In Phase 3 atmest du langsam durch den Mund aus, und zählst dabei innerlich bis 8. Dabei kannst du ruhig etwas lauter die Luft ausstoßen oder auch schnauben. Nach unbgefähr einer Minute Wiederholung wirst du merken, wie Ruhe einkehrt und du achtsamer wirst.

Meditation und Achtsamkeitsübungen

Andererseits besteht auch die Meditation als Atemtechnik, wobei Atem und Achtsamkeitsübungen integriert werden, um innerliche Ruhe einzubringen. Meditation hat wissenschaftlich bewiesene Vorteile, wie zum Beispiel die Befreiung von Stress und gesteigerte Konzentration, die durch nur eine Minute tägliches meditieren in Effekt treten. Solltest du Schwierigkeiten haben, dich während deiner Meditation zu konzentrieren, kannst du es auch mit geführten Meditationen probieren, die dir gezielt helfen, um nicht abgelenkt zu werden. Hierbei können Meditationslehrer, Hörbücher zu Meditation oder auch Meditations-Apps hilfreich sein. Der heutige Alltag ist schnelllebig und anspruchsvoll, und wir haben uns schon so an den Dauerstress und ständige Beschäftigung gewöhnt, dass es uns oft schwer fällt ein paar Minuten der achtsamen Atmung zu widmen. Genaus deswegen sind Meditations-Apps auch so hilfreich, denn sie sind in das Smartphone integriert und bieten dadurch eine praktische und leichte Lösung zur Meditation. Weiterhin steht uns durch Verbindung mit dem Smartphone die Meditation immer zur Verfügung: auf der Busfahrt nach Hause, während der Mittagspause oder kurz nach dem Aufwachen.

 

Unsere Stress Guide App hilft dir gezielt eine Lösung zu Stress zu finden, die in deinen Alltag passt und auf dein persönliches Wohlbefinden eingestellt sind. Das Beste an unserer App ist, dass du deine Atem-Fortschritte auch erkennen kannst. Denn wir nutzen innovative Messtechnologie, die es uns erlaubt anhand deiner Smartphone-Kamera dein Stresslevel zu ermitteln. Die Stress Guide App verwendet Vitaldatenmessungen, wie zum Beispiel Herzratenvariabilität und Pulsmessungen, um dein persönliches Stresslevel zu ergründen. Dadurch, dass das Stresslevel objektiviert wird, erfährst du was du verbessern kannst und gleichzeitig erlaubt es uns, ein maßgeschneidertes Programm für dich zu erstellen. Wir bieten geführte Meditationen, Achtsamkeitsübungen und Atemübungen, die deine Stressabwehr stärken und Entspannung bringen.

Interessiert dich die Atmung und Achtsamkeit als Entspannungs-Tool? Unsere Stress Guide App kannst du kostenfrei herunterladen.

 

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Und merke dir, egal wie hektisch das Leben gerade ist- du hast immer Zeit, ,,erst einmal tief durchzuatmen”!